Segal Hussein

 „Wenn man mich fragt, wo ich herkomme, kann ich nicht wie aus der Pistole geschossen Österreich sagen. Trotzdem bin ich Wienerin.“ Segal Hussein ist 17 Jahre alt und Schülerin am Haydngymnasium im fünften Wiener Bezirk. Während des mehrsprachigen Redewettbewerbs „Sag’s multi!“ konnte die gebürtige Somalierin ihr Sprechtalent unter Beweis stellen und schwärmte in ihrer Rede von den Reisen in ihre Zukunft. Vor 15 Jahren musste die damals Zweijährige mit ihrer Familie aus Somalia flüchten. Jetzt setzt sie sich in ihrer neuen Heimat selbst für Flüchtlinge ein. Sie ist Stipendiatin des Start-Förderprogramms, hat in ihrer Zeit als Schulsprecherin eine kostenlose Nachhilfebörse ins Leben gerufen, hilft minderjährigen Flüchtlingen, in Österreich einen Schulplatz zu bekommen und erledigt für sie Behördengänge. Sie begleitet Asylwerber zu den Ämtern oder zum Arzt, wenn diese schlecht Deutsch sprechen und hilft auf ihre Weise jenen Neuankömmlingen, die sie brauchen. „Man sollte bei uns Migranten nicht immer nur nach Problemen suchen, sondern nach Lösungen. Und manchmal sind wir die Lösung der Probleme.“ Integration ist eben beidseitig und nicht immer so eindeutig. „Als wir nach Österreich kamen, wurden wir am meisten von unserer bosnischen Hausbesorgerin integriert. Ohne ihre Hilfe, hätten wir vieles nicht geschafft.“ Und diese Hilfe möchte die junge Schüler eines Tages selbst zurückgeben als NGO oder als UNHCR Mitarbeiterin.

Was ist Heimat? „Heimat ist für mich dort, wo die Sehnsucht ist. Und das ist bei mir die Ferne – ich fühle mich im Reisen zu Hause.“